"Kinder sind Kinder, egal woher sie kommen"

Die Neusser KjG Christ König/Hl. Geist bieten Spielenachmittage für geflüchtete Kinder an

von Ina Neumann, transparent 01/2016

Keine zwei Minuten nachdem Hanna, Rebekka und einige weitere Helfer*innen mit der Gruppe im Jugendheim ankommen, ist Leben und Stimmung im Jugendheim. Alle räumen gemeinsam Spielsachen, Sportutensilien und Straßenkreide aus dem Lager, um kurz darauf zu spielen und zu lachen. Auch Kai hat sich schnell unters Volk gemischt und spielt mit ein paar Jungs Tischtennis. Nebendran bleibt auch der Billiardtisch nicht unbespielt, der Kicker weckt den Ehrgeiz der Fußballbegeisterten.

Die Projektidee ergab sich bei einem Ausflug von Hanna und Rebekka mit ihrem Bruder, der selbst ein Angebot für Geflüchtete initiiert hat. So kamen die beiden Frauen und Carsten, der dritte Zuständige im Bunde, auf den Gedanken, ein KjG-Projekt für die damals bald zu eröffnende Unterkunft auf die Beine zu stellen. Sie machten sich Gedanken darüber was man tun kann  und wie es am besten umgesetzt werden kann. Mit diesem Plan traten sie an die Einrichtungsleitung der Unterkunft heran – er wurde dankbar angenommen.

Kurz darauf lief das Projekt (fast) wie von selbst. Gab es am Anfang Startschwierigkeiten, weil den Kindern und Jugendlichen der Termin noch nicht bewusst war, so warten sie mittlerweile pünktlich am Eingang der Unterkunft um von den Helfer*innen abgeholt zu werden. Natürlich war die Sprachbarriere eine Hürde, die es im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen zu überwinden galt, aber auch das gestaltete sich wesentlich leichter als gedacht. Einige der Älteren können übersetzen - und abgesehen davon: Wo versteht man sich besser ohne Worte als beim gemeinsamen Spiel?

Das Projekt der KjG Christ König/Hl. Geist in Neuss zeigt, dass Integration und Inklusion ganz einfach sein können. Ich kann ihr Motto "Nicht zu viele Gedanken machen - einfach loslegen!" mit bestem Gewissen an euch weitergeben, denn, wie Rebekka zu mir gesagt hat, "Kinder sind Kinder, egal woher sie kommen". Und das hat mir der Nachmittag zu Besuch in Neuss näher gebracht als jede Theorie.