Abgelegt unter: Soziale Netzwerke & Datenschutz - Reine Privatsache?
Der KjG Diözesanverband Köln präsentiert sich selbst und seine Angebote in den Online-Netzwerken. Doch als Jugendverband sehen wir uns natürlich in einer Verantwortung für unsere Zielgruppe und all unsere „Freundinnen“ und „Freunde“, „Fans“ und „Follower“ in den Netzwerken. Daher empfehlen wir dir:
1 – Such dir das richtige Netzwerk!
Überlege dir vorher, was du mit deinem Profil erreichen, wofür du es verwenden möchtest.
Ist dafür die Angabe deines richtigen Namens unbedingt nötig? Melde dich ansonsten unter einem Pseudonym an. Bestimmungen in den AGBs, die eine Verwendung von Spitznamen verbieten, sind übrigens laut § 13 Absatz 6 des Telemediengesetz unwirksam.
2 – Wähle deine Fotos sorgsam aus!
Sind die Fotos wirklich für die Öffentlichkeit oder z.B. nur für deinen Freundeskreis bestimmt? Kann dir die Veröffentlichung vielleicht schaden? Achte auch darauf, wer neben dir auf den Bildern abgebildet ist. Ist er oder sie mit der Veröffentlichung einverstanden? Schließlich: Nur kleine Fotos mit niedriger Auflösung einstellen. (Bilder kannst du mit jedem Grafikprogramm verkleinern, auch mit dem Windows-Zubehör „Paint“, Funktion „Bild strecken/zerren“): Die hochaufgelösten Bilder kannst du mit deinen Freundinnen und Freunden besser direkt tauschen, alle anderen gehen sie nichts an. So verhinderst du z.B., dass ein biometrisches Profil von dir erstellt werden kann, mit dem du jederzeit auf einem Foto identifiziert werden kannst.
3 – Behalte die Kontrolle: Gib deine Kontaktdaten nicht an!
Die Angabe von Telefonnummer, Postadresse, Email etc. auf deiner Profilseite ist nicht notwendig, da jedes Netzwerk interne Kontaktmöglichkeiten bereitstellt. Es ist zwar praktisch, soziale Netzwerke als Adressbuch zu nutzen, allerdings sind die Kontaktdaten dann öffentlich zugänglich – zumindest für alle Online-Freunde, von denen sicher nicht alle echte Freunde sind. Zudem werden die Daten auf Servern im Internet gespeichert, die für Hacker wegen der großen Datenmengen sehr lukrativ sind. Manche Netzwerke nutzen die Kontaktdaten auch für die Zusendung von Werbung.
4 – Veröffentliche nur die Daten, die notwendig sind!
Du hast im Alltag auch verschiedene Rollen (auf der Arbeit, privat bzw. im Freundeskreis, in der KjG etc.) und entscheidest, wem du welche Information gibst. In sozialen Netzwerken kann man das noch nicht unterscheiden. Selbst wenn der Profilsteckbrief mit vielen Feldern lockt: Weniger ist mehr. Informationen über politische Einstellungen oder sexuelle Interessen, über den Gesundheitszustand oder die religiöse Überzeugung sollten nur privat ausgetauscht werden.
5 – Ändere die Standardeinstellung und beschränke den Zugriff auf dein Profil!
Erledige dies sofort, nachdem du dich angemeldet hast. Wähle dabei immer die restriktivsten Einstellungen, d.h. solche die möglichst viel ausschließen. In deinem Profil sollten wirklich nur die Informationen öffentlich gemacht werden, die jedem beliebigen Fremden unbedenklich mitgeteilt werden können. Erlaube Verlinkungen mit Fotos nie unkontrolliert und achte darauf, dass deine „Freundesliste“ nicht öffentlich ist, da sich sonst auch über deine Freunde viele Informationen zu dir besorgt werden können.
6 – Lege fest, wer dein Profil im Netzwerk finden kann, schließe Suchmaschinen aus!
In einigen Netzwerken können Profildaten grundsätzlich nur von anderen Mitgliedern gelesen werden, andere bieten den Ausschluss von Suchmaschinen oder die Beschränkung des Zugriffs auf Mitglieder zumindest als Option. Wird diese Option nicht gewählt, so findet sich das Profil später nicht nur bei Google, sondern auch in den Ergebnislisten spezialisierter Personensuchmaschinen wie yasni.de wieder.
7 – Verzichte auf Anwendungen von Dritten!
Einige Netzwerke ermöglichen Anderen, Anwendungen (sog. „Apps“) mit mehr oder weniger nützlichen oder lustigen Zusatzfunktionen zu programmieren. Dazu muss oftmals auf deine Profildaten zurückgegriffen werden. Dabei ist es möglich, dass diese „Apps“ weitere unerwünschte Zwecke, z.B. das Auskundschaften deiner Nutzerdaten für zielgerichtete Werbung, verfolgen. Oder als „Spyware“ unbemerkt Daten auf deinem Computer ausspionieren.
8 – Schütze dich vor falschen Freunden!
Auch in sozialen Netzwerken finden sich Personen wieder, die andere Mitglieder mit Spam oder ungewollten Kontaktanfragen belästigen. Du hast jedoch die Wahl, solche Mitglieder als Kontakte zu akzeptieren oder direkt zu blockieren und bei Bedarf zu melden. Beantworte Anfragen von Fremden bezüglich eines persönlichen Treffens grundsätzlich nicht. Blockiere solche Leute umgehend. Auch nach längerem Kontakt über das Netzwerk ist bei Fremden immer Vorsicht angebracht.
9 – Beachte die Rechte Dritter!
Ein leichtfertig veröffentlichtes Foto oder ein Kommentar in einem Gästebuch können dich und andere schnell in eine unangenehme Situation bringen. Du solltest daher stets um Erlaubnis bitten, bevor du ein Foto, Video oder auch Text von oder über jemand anderen veröffentlichst. Dies gilt insbesondere, wenn das Material mit Informationen zu denjenigen (z.B. mit Fotos) verlinkt wird.
10 – Wehr dich! Hol dir Hilfe!
Es gibt vieles, gegen das du dich zur Wehr setzen solltest. Wenn Dich etwa jemand im Netz beleidigt oder ohne deine Einwilligung Bilder von dir einstellt. Dann gilt: Auf Beleidigungen nicht antworten. Denn das ist genau das, was der Angreifer erwartet und erreichen will. Fordere den Betreiber der Community auf, die entsprechenden Bilder, Foreneinträge oder sonstigen Infos zu löschen. Schalte deine Eltern ein. Hol dir Rat von Freundinnen und Freunden, von deiner Gruppenleitung oder anderen Personen, denen du wirklich vertraust.
Welche Hinweise beachtest du bereits? Was ist dir neu? Erscheint dir etwas unvollständig? Dann nutz die Kommentarfunktion. Gib die Tipps auch an Jugendliche in deiner KjG weiter und sprich mit ihnen darüber.
Quellen:
„Ich suche Dich. Wer bist du?“ (Jugendnetz-berlin.de + Berliner Beauftragter für Datenschutz)
„Die SCHÖNE NEUE WELT von schülerVZ, facebook & Co“ (Landesbeauftragter für den Datenschutz Rheinland-Pfalz)
„Sicherer Einstieg in soziale Netzwerke“ (BVDW – Bundesverband Digitale Wirtschaft, Düsseldorf)
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